Chapter 1

Die Straßen Vallancours lagen im dunkel, nur das gedämpfte Licht des fast vollen Mondes sorge dafür, dass die Stadt nicht komplett verdunkelt da lag. Somit bemerkte auch keiner den jungen, in braunes Leder gekleideten Mann, der durch die verlassenen Straßen schritt. Seine Schuhe, ebenfalls aus Leder, machten kein Geräusch beim Gehen, sodass der Mann die gespenstische Ruhe nicht durchbrach. Er führte seine Schritte gen Hafenviertel, dem schmutzigsten und ärmsten Viertel der Hauptstadt des Reiches Myr. Vallancour lag weit im Westen, an der Küste zum Meer, wie nahezu das gesamte Land. Nur die Ostseite hatte eine Festlandgrenze, und zwar zum Reich Fargon.
Schließlich erreichte der junge Mann sein Ziel, ein heruntergekommenes Lagerhaus. Seine, in Handschuhen steckende Hand griff nach der Tür, und drückte sie leise aus. Sofort sah man, dass das Lagerhaus im Inneren beleuchtet war, und man hörte Stimmgemurmel. Sobald der junge Mann das Lagerhaus betreten hatte, wurde er begrüßt:
„Ah, Sisaroth. Wir haben schon auf dich gewartet.“
5 Personen saßen um einen Tisch herum. Außer diesem Tisch standen noch 2 hohe Schränke im hölzernen Lagerhaus, sonst war es komplett Leer.

Die erste Person, die dort saß, war Männlich und ähnlich wie Sisaroth in eine braune Lederrüstung gekleidet. Seine Haare waren von einer Kapuze verdeckt, und ein Schatten fiel in sein Gesicht, sodass dieses nicht gut zu erkennen war.
Daneben saß ein weiterer Mann. Seine Kleidung bestand aus einfachem Stoff, jedoch komplett in Schwarz. Mit Tüchern hatte er dafür gesorgt, dass sein ganzer Körper außer den Augen verdeckt lagen.
An der einen Stirnseite saß die erste Frau in der Runde. Anders als die ersten beiden Personen gab sie mehr von sich zu sehen. Sie trug ein breites, schwarzes Band um ihre Oberweite, um diese zu verdecken. Der restliche Oberkörper war frei. An den Beinen trug sie eng anliegende, schwarze Hosen. Ihre roten Haare trug sie kurz, und die braunen Augen sahen kalt und emotionslos aus.
Dann, gegenüber dem schwarz gekleideten Mann, saß ein älterer Herr, der in Lumpen verschiedenster Farben gekleidet war. Ein ungepflegter, grau-schwarzer Vollbart verdeckte den Großteil seines Gesichts.
Die fünfte Person war erneut weiblich. Ihre Kleidung war äußerst aufreizend: Ein Türkis-Farbiger BH zog die Blicke förmlich auf ihre Oberweite, und ein knappes Röckchen in selber Farbe ließ viel Raum für Fantasien. Ihre langen, blonden Haare trug sie offen, und die blauen Augen schauten verführerisch drein.

Sisaroth setzte sich an den freien Platz an einer der Stirnseiten, und sah in die Runde. Sein Blick blieb an dem Mann zu seiner linken, der in braunes Leder gehüllt war, haften.
„Was gibt es neues, Leon?“, fragte er schließlich mit ruhiger, fester Stimme.
Leon war derjenige, der Sisaroth begrüßt hatte.
„Barns‘ Bettler und Roxannes Huren Leute haben ein Gerücht auf geschnappt, das sich sehr hartnäckig hält: Diesen Gerüchten zufolge möchte König Drustan persönlich den Anführer der Schwarzen Hand treffen. Bereits heute, um Mitternacht, im Garten hinter der Burg.“
Sisaroth lies die Worte seines Beraters und Freundes auf sich wirken. Barns, der in Lumpen gekleidete, und Roxanne, welche neben Barns saß, hatten beide dieselben Informationen erhalten. Die beiden führten ihre Augen und Ohren, die Bettler und Huren, hier in Vallancour an. Jedoch kommt es selten vor, dass beide Gruppen dasselbe Gerücht aufschnappen, und zu ihren Leiten weitergaben.
'Der König möchte mich wahrhaftig treffen. Mich, den Anführer der berüchtigten Schwarzen Hand, der Diebesgilde in Myr. Doch wieso? Drustan ist jung, aber kein Narr. Eine Falle? Oder will er mich wirklich sprechen? Würde er sich trauen, mir eine Falle zu stellen? Selbst wenn er nur der Hälfte der Gerüchten über meine Person Glauben schenkt, wird er wissen, wie unberechenbar ich bin.'

Ein räuspern von Andokai, der Person gegenüber von Sisaroth, riss ihn aus seinen Gedanken. Als er sie ansah, gab sie ihre Gedanken preis:
„Ich rieche eine Falle. Der König möchte dich tot sehen. Du weist von der enormen Erhöhung des Kopfgeldes auf dich.“
Nun war es an Luzern, sein Schweigen zu brechen. Er war der Anführer der Diebsgilde als solche in komplett Myr, während Andokai die Attentätergilde Anführt. Sisaroth stand über beiden Gilden, die zusammen mit den Huren und Bettlern die schwarze Hand bildete. Leon war keiner der Gilden direkt anhörig, sondern der Berater von Sisaroth.
„Natürlich kann dies eine Falle sein. Doch was ist, wenn er wirklich einen Auftrag für uns hat? Stellt euch den Reichtum vor, der ein solcher Auftrag vom König selbst mit sich bringen würde. Ich denke, Sisaroth sollte gehen, aber nicht alleine. Andokai und ich sollten ihm begleiten, und sich verstecken. So können wir helfend einschreiten, wenn Drustan wirklich etwas plant.“
„Ich gehe alleine.“
Sisaroth sprach diese Worte so unerwartet aus, dass alle fünf ihren Anführer schlagartig anschauten. Leon fand seine Stimme als erstes wieder:
„Er hat Recht. Wenn Drustan etwas plant, wird er etwas vorhaben, was auch ihr beide nicht abwenden könnt. Ihr würdet euch nur in unnötiger Gefahr begeben. Sisaroth könnte beim kleinsten Zeichen einer Falle alleine wieder verschwinden, ohne auf euch achten zu müssen. Und wenn es keine Falle ist, braucht er euch auch nicht.“
Mit einem fast unmerklichen nickten beendete Sisaroth die Diskussion, die Sache war erledigt. Da niemand sonst etwas sagte, stand Sisaroth auf, und ging ruhigen Schrittes in Richtung eines Schrankes. Als er diesen öffnete, sah man unzählige Waffen, die im Inneren hingen. Nach kurzem zögern griff er sich 2 Kurzschwerter, die in dunkelbraunen Scheiden steckten, und band sie sich über Kreuz auf den Rücken.
„Morgen treffen wir uns hier wieder, zur selben Zeit. Dann erzähle ich euch die Neuigkeiten.“
Alle sechs nickten, und verließen das alte Lagerhaus. Sisaroth lenkte seine Schritte gen Burg.


„Herr, überlegt es euch nochmal. Wenn die Gerüchte stimmen, und Sisaroth wirklich der Anführer der schwarzen Hand ist… “
„… dann ist er ein Waffenmeister, wie du, ich weiß. Und ich kenne auch die Geschichten über ihn. Jedoch ist die Schwarze Hand die einzige Möglichkeit, den drohenden Krieg mit Fargon ab zu wenden, dass weißt du ganz genau.“
Drustan und Rodario, der Hauptmann seiner Leibgarde, gingen ruhigen Schrittes durch die Gänge des Schlosses. Es war absolut dunkel, sodass beide kaum was sahen. Doch alle beide kannten den Weg zum Garten blind.
Drustan trug nur ein simples Leinenhemd von brauner Farbe, und eine Hose in der selben Farbe. Rodario hingegen trug eine Rüstung aus Leder. An seiner Seite baumelte ein Schwert, und auf seinem Rücken prange ein großer Schild. Der König war völlig unbewaffnet.
Die beiden waren an eine Tür angekommen. Vor ihr blieben sie stehen. Rodario legte seine Hand auf die Schulter des jungen Königs, und sah ihn eindringlich an.
„Pass auf dich auf.“
Radario nickte, öffnete die Tür zum Garten, und trat hinaus.
'Das ist purer Selbstmord.', schoss es dem Leibwächter durch den Kopf, doch er drehte sich um, und ging.
-Aska- - 10. Nov, 19:37

Hmm ich fands... okay. Nicht mehr, nicht weniger.
Potential ist vorhanden, allerdings wurde es hier nicht genutzt, da fand ich deine andere Geschichte mit den 6 Sternen besser.
Als erstes würde ich versuchen, das Beschreiben und die Interaktionen der Charaktere zu vermischen und nicht beides "getrennt" von einander stehen lassen. Das hier hat sich sehr seltsam gelesen.
Was mir auch nicht zusagte war die Tatsache, dass sich hier zuviele Charaktere die Screentime geteilt haben, zumal du sie alle sofort vorgestellt hast. Muss nicht immer sein, ich empfand es hier als zuviel des Guten.
Beschrieben hast du an sich gut, man konnte sich die Sache gut vorstellen. (Pluspunkt) Nur wie gesagt, nicht soviel auf einmal, sondern immer mit der Handlung vermischt.
Die Handlung selbst war... sein wir ehrlich, mager. Wir haben erfahren, dass Sisaroth gefährlich und mächtig ist, und wir haben erfahren, dass der König ihn treffen will. Auch haben wir die Charas eben kennengelernt. Mehr war da nicht. Es hat eindeutig am Stoff gemangelt, der das Interesse wecken soll.
Allerdings glaub ich, das wird sich noch ändern.

So, hoffe du kannst was mit der Kritik anfangen und lässt dich nicht entmutigen. ;-)

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